
Die sozialen Medien heutzutage vermitteln uns oft ein völlig falsches Bild vom Leben, davon, wie wir sein sollten und was wir alles haben müssten.
Man muss ein schönes, helles Haus mit minimalistischer, zugleich gemütlicher Einrichtung haben, die einen widerspiegelt und dabei stylisch und nicht zu mainstream wirkt.
Alles muss immer aufgeräumt und sauber sein. Ein Kleiderschrank nur mit Designer-Kleidung und natürlich die Designer-Taschen für 2.000€ bis 5.000€ nicht vergessen.
Hautpflege von Dior, Chanel, La Mer, etc. Immer glücklich, positiv und gelassen sein. Ach nicht vergessen jeden Tag etwas für seinen Körper zu tun, zu kochen und sich gesund zu ernähren. Aber bitte nicht faul sein, sondern auch noch einen Vollzeitjob haben und sich um die Kinder kümmern.
Wer soll all das schaffen und sich das überhaupt leisten können?!
Mein Mann und ich arbeiten beide, er Vollzeit, ich Teilzeit und kümmere mich um unser Kind. Abends haben wir oftmals nicht mal genug Energie, um uns was Anständiges zu kochen, geschweige denn alles aufzuräumen und ein Haus wie in den ganzen Pinterest- und Instagram-Posts zu haben.
Als Büroangestellte bin ich sehr glücklich, dass man die Möglichkeit auf Homeoffice hat und somit auch mehr Zeit für den Haushalt, das Kind, sich und seinen Partner hat.
Es gibt aber viele, die diese Möglichkeit nicht haben und es noch schwerer haben.
Lass dich nicht von den Social Media verwirren und runterziehen! Vieles ist nicht realistisch und nicht echt!
Oft ist der perfekte Körper damit verbunden, dass diese Menschen damit ihr Geld verdienen und jeden Tag trainieren.
Die perfekte Haut haben sie oft nicht nur den Produkten, sondern auch den Dermatologen und Gesichtsbehandlungen zu verdanken. Und sofern es schlechte Tage gibt und die Haut nicht perfekt aussieht, kann dem nachgeholfen und retuschiert werden.
Das Make-Up sieht auf den Fotos sehr schön aus, aber sieht es in Echt auch so gut aus?
Die vielen Produkte, Kleidung und mehr sind oftmals nicht gekauft, sondern von Unternehmen zugeschickt, da die „Influencer“ uns die Sachen zeigen und verkaufen sollen.
Auch ich habe mich oft und lange von diesem Schein verwirren lassen, bis ich böse aufwachen musste. Man braucht all diese Dinge nicht und sie machen einen auch nicht glücklicher, wenn man schon vorher unglücklich war.
Es hat mich Jahre gekostet meine Einstellung zu ändern und zu verstehen, dass es keine Vorbilder, sondern Inspirationen für mich sein sollten.
Statt dem Ganzen nachzueifern, versuche ich mein Leben einfacher und glücklicher zu gestalten und zu leben, so dass ich am Ende des Tages ein gutes Gefühl habe und mich nicht wie eine Versagerin fühle, weil ich nichts von dem habe, was ich auf Social Media sehe.
Meine Social-Media-Kanäle werden immer wieder aufgeräumt. Wann auch immer ich einen Post sehe, der mich eher runterzieht oder etwas Negatives in mir auslöst, schaue ich mir die letzten Posts des jeweiligen Kontos an. Sofern die älteren Posts ein ähnliches Gefühl vermitteln, entfolge ich dem Konto.
Dazu folge ich Konten, da mich diese motivieren und inspirieren. Der Content dieser Konten zeigt oft den realistischen und natürlichen Alltag einer normalen und nicht perfekten Person.
Es befreit einen von dem Druck und den eigenen Erwartungen, perfekt sein und alles haben zu müssen.
Das Wichtigste dabei ist aber, dass wir einfach lernen, dass nichts und niemand perfekt ist und man immer nur das sieht, was einem gezeigt wird.
In ein paar Videos von einer Make-up-Artistin aus Paris sagt und zeigt sie, dass sie emotional war und schlechte Tage hatte, jedoch wurde es nie erklärt oder weiter thematisiert.
Eine Fitness Content Creator aus Seattle auf Instagram zeigt oft ihre Gewichtsschwankungen und schreibt darüber, wie sich gefühlt hat und was sie motiviert und vorantreibt.
Das macht sie zu normalen Menschen mit Problemen und Emotionen.
Eine Skin Care Content Creator aus Kanada wiederholt in ihren Videos immer, dass man nur einen Gesichtsreiniger, Hautcreme und Sonnencreme braucht und alles andere lediglich optional ist. Zudem verteufelt sie keine Inhaltsstoffe, sondern weist darauf hin, dass gewisse Inhaltsstoffe bei manchen zu Irritationen führen können. Bei Ihren Videos muss ich nicht direkt an eine Verkaufsveranstaltung denken, sondern an Aufklärung und ein besseres Verständnis für die Inhaltsstoffe.
So ist Social Media für mich von Sucht, Zwang und Druck vereint mit schlechten Gefühlen und Minderwertigkeitskomplexen, zur Motivation, Inspiration und einem Kanal zum Lernen geworden.
Die Sozialen Medien sind stets nur das, was wir daraus machen.
Schreibe einen Kommentar